Messestand Schendel & Pawlaczyk | BRACE Group | EuroShop 2026
Schendel & Pawlaczyk | BRACE Group | Düsseldorf | EuroShop 2026 | 78 m²
Die Idee dahinter war so alt wie sie aktuell war: ein Lagerfeuer. Nicht als Gestaltungsmittel, nicht als Zitat aus einem Moodboard, sondern als echte Überzeugung darüber, was ein Messestand leisten sollte. Jede gute Idee beginnt damit, dass Menschen zusammenkommen. Und nichts hat Menschen länger und selbstverständlicher zusammengebracht als ein Lagerfeuer. Darum herum laufen Gespräche anders. Man hört zu. Man öffnet sich. Man hört auf zu präsentieren und fängt an zu reden.
Genau diese Welt hat die BRACE Group auf der EuroShop 2026 geschaffen. Und man spürte es, noch bevor man den Stand wirklich betreten hatte.
Die Architektur war bewusst rau und geerdet. Dunkle Strukturelemente rahmten den Raum wie der Rand eines Waldes. Von außen wirkte der Stand zurückhaltend, fast streng, aber im Inneren fühlte man dann das Gegenteil: Wärme, eine ruhige Intimität, das Gefühl, irgendwo angekommen zu sein. Dieser Kontrast war kein Zufall. Die Messehalle draußen ist laut. Hektisch. Hier drin, rund um das Lagerfeuer war Platz für etwas anderes: Kies unter den Füßen und rohes, unbehandeltes Holz gaben dem Stand eine erdige Schwere, die man sofort spürte. Cajón-Boxen dienten als Sitzgelegenheiten, eine Gitarre lehnte an einer Holzbank. Polaroidfotos hingen an dünnen Fäden von dunklen Vorhängen herab, leicht schaukelnd, wie Erinnerungen, die noch nicht ganz zur Ruhe gekommen waren. Nichts wirkte überstylt.
Und dann die Wand. Eine raumhohe LED-Landschaft, die sich über die gesamte Rückseite des Standes erstreckte diente als lebendiger 24-Stunden-Zeitraffer. Morgens erwachte der Wald: weiches Licht, das durch den Morgennebel fiel, Vogelgezwitscher, ein stiller See. Im Laufe des Tages verschob sich das Licht, der Himmel änderte sich, Schatten wanderten. Gegen Abend verdunkelte sich die Szenerie, die Bäume zogen sich zurück, die Stimmung wurde ruhiger. Der Stand hielt die Zeit mit.
Im Zentrum stand das Lagerfeuer: Eine LED-Konstruktion, die flackerte und leuchtete wie echtes Feuer, eingebettet in Steine, umgeben von Holz und Kies und Stille. Die Menschen sammelten sich darum, so wie Menschen sich immer um Feuer sammeln: nicht weil jemand sie darum bat, sondern weil es sich einfach so ergab. Ein interaktiver Touchtisch, eingebaut in einem gestapelten Flightcase, lud dazu ein, das Portfolio der BRACE Group zu entdecken. Physische Pucks auf einer digitalen Oberfläche machten die Bedienung haptisch und intuitiv und das ganz ohne Einarbeitung. Es war genau die Art von Interaktion, die ein Gespräch beginnt, anstatt es zu ersetzen.
Close. Closer. BRACE Group.
Das war kein Claim auf einer Wand. Es steht eher für ein Gestaltungsprinzip, das sich räumlich entfaltete, eingeschrieben in die Offenheit des Grundrisses, in das Fehlen jeder Barriere, in den menschlichen Maßstab jedes einzelnen Elements. Der gesamte Stand sagte dasselbe, leise und konsequent:
Wir sind nicht hier, um Menschen aus der Distanz zu beeindrucken. Wir sind hier, um Menschen wirklich zu begegnen.










